Was kommt im Telepresence Markt auf uns zu?

Heute werben die Hersteller von Telepresence – allen voran die Marktführer Cisco und Polycom – mit der hervorragenden Qualität von Immersive Telepresence. Wichtigste Werbeaussage dabei ist das Gefühl gemeinsam an einem Tisch sitzen zu können und Termine mit Teilnehmern rund um die Welt per Telepresence Meeting in absoluter Spitzenqualität vereinbaren zu können. Mit Sicherheit bilden die heutigen Immersive Telepresence Räume eine hervorragende Videokonferenz Qualität und können als sehr wichtiger Schritt in der Entwicklung des Enterprise Videokonferenz Segmentes betrachtet werden.

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Cisco Technologie Prognose: Wonderwall

Aber schon heute drängt sich die wesentliche Fragen auf:
Wie wird der nächste große Entwicklungsschritt im Bereich des Enterprise Videokonferenz bzw. Telepresence Marktes aus?

Ein Ansatzpunkt zu Beantwortung der Frage ist die Betrachtung der Schwächen der heutigen Immersive Telepresence Systeme.

Kosten

Die Kosten für die Anschaffung eines Immersive Telepresence Raumes belaufen sich auf ein Vielfaches von herkömmlichen Videokonferenzräumen. Mit dem Budget für nur einen Telepresence Raum lassen sich zig Mitarbeiter mit Desktop Videokonferenz Software ausstatten.
Auch die Betriebskosten mit hohen Netzwerkanforderungen und Serviceverträgen sowie das Management der Telepresence Räume stellen große Kosten dar.
Die Telepresence Räume müssen nach definierten Standards ausgebaut werden und sind somit auch nur für den Zweck der Telepresence sinnvoll nutzbar – das bedeutet sehr hohe Kosten für die Bereitstellung der Räume vor allem bei Gebäuden in Metropolen wie New York, Hong Kong, Tokyo oder London.

Drittverwendbarkeit

Die heutigen Telepresence Räume haben nur eine sehr geringe Möglichkeit für eine alternative Nutzung. Der Raum wird speziell für Videokonferenz bzw. Telepresence gebaut und dann im Betrieb auch nur für diesen Zweck genutzt. Eine Besprechung an einem halbrunden Tisch macht nur in sehr seltenen Fällen Sinn sofern keine Teilnehmer per Videokonferenz zugeschaltet sind. Die Nutzung für herkömmliche “analoge” Meetings fällt somit weitgehend aus.

Ausstattung & Ambiente

Das Mobiliar der Telepresence Räume ist nur ausschliesslich den Zweck der Telepresence optimiert – nur wenige Manager, insbesondere aus dem Top-Management werden sich gerne freiwillig in einem Telepresence Raum aufhalten sofern keine Videokonferenz geschaltet ist. Jeder, der die durchschnittliche Raumausstattung herkömmlicher Vorstandsetagen kennt, wird dies bestätigen können. Die dumpfe auf beste Videokonferenz Akustik ausgelegte Atmosphäre im Telepresence Raum wirkt schnell bedrückend und die Tische in braun sind auch sehr individuelle Geschmacksache.

Aber dieser Artikel soll nicht dazu dienen den Stand der heutigen Telepresence schlecht zu machen – Telepresence ist und bleibt eine hervorragende Entwicklung in der Welt der Videokonferenzen und erfreut sich auch entsprechender Beliebtheit bei Nutzern rund um den Globus.

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Mögliche Anwendungen

Stellen wir uns also ein Telepresence Set-up vor, welches die aktuellen Stärken der Immersive Telepresence weiter verstärkt und die momentanen Schwachpunkte weitgehend minimiert. Einen Telepresence Raum mit individueller Ausstattung, Mobiliar nach dem Geschmack des jeweiligen Besitzers, Kunstwerken an den Wänden und vielleicht sogar dem Ausblick aus der Fensterfront auf die Skyline einer Metropole. Einen Raum zum wohlfühlen, der für Termine jeder Art mit oder ohne Videokonferenz genutzt werden kann. Die eine Wand des Raumes besteht aus einer riesigen aber hauchdünnen Videowall, die allerfeinste Qualität bis ins kleinste Detail darstellen kann.

Der Blick auf die Videowall ermöglicht den Blick in einen anderen Raum, irgendwo auf der Welt. Alle Details im Raum der Gegenseite werden exakt in Lebensgröße 1:1 auf unserer Videowall abgebildet. Es entsteht der Eindruck, dass man mit nur einem Schritt durch die Videowall in einem anderen Raum am anderen Ende der Welt stehen kann. Der eigene Raum wird durch ein intelligentes Kamera Set-up für die Teilnehmer im Raum der Gegenstelle ebenfalls zur perfekten Illusion, die sich nahtlos in die eigene Wirklichkeit einfügt. Auch die Weiterentwicklung von 3D und Hologramm Technik könnte in der Zukunft einen weiteren Quantensprung für Telepresence und Videokonferenzen bedeuten.

Bis diese Phantasien zur Wirklichkeit werden, müssen noch wesentliche Entwicklungen auf Seiten der Hersteller für Displays, Projektion aber auch Videokonferenzen und Telepresence Lösungen getätigt werden. Aber der realistische Blick auf die rasenden Technologiezyklen und Entwicklungsschritte zeigt, dass wir mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr weit von den nächsten revolutionären Schritten im Bereich Immersive Telepresence entfernt sein werden.

Ihre Meinung?

Wie ist Ihre Erfahrung mit Immersive Telepresence, welche Vision und Wünsche haben im Hinblick auf Videokonferenzen und Telepresence? Wir freuen uns über Ihre Beiträge und Kommentare.


Technologie Prognose “Wonderwall” von Tandberg (jetzt Cisco) von 2008

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