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Quelle: Wikipedia

Die Videokonferenz ist im Umfeld professioneller Business Kommunikation bereits in vielen Unternehmen im Einsatz und liefert einen großen Beitrag zur Einsparung von Kosten und Verbesserung der täglichen Zusammenarbeit.

Der öffentliche Sektor in Deutschland ist dem Thema Videokonferenz bisher nicht sonderlich aufgeschlossen gegenüber. Die Technologie kommt nur selten zum Einsatz. Andere Länder sind beim Einsatz von Videokonferenzen als moderne Technologie bereits deutlich fortschrittlicher.

Aber auch in Deutschland könnte die Videokonferenz ein interessantes Medium für eine effiziente Kommunikation im öffentlichen Sektor darstellen. Ein gutes Beispiel ist der Einsatz der Videokonferenz bei Gericht.

Mit Hilfe von Videokonferenzschaltungen können angeklagte Straftäter direkt aus dem Gefängnis in den Gerichtssaal geschaltet werden und eine Vernehmung durch das Gericht erfolgen. Durch den Einsatz könnten so hohe Kosten für den Gefangenentransport eingespart werden. Außerdem würde bei gefährlichen Straftätern die Gefährdung der Öffentlichkeit minimiert, da ein Transport immer auch Risiken z. B. eines Ausbruchs birgt.

Zudem könnte die Videokonferenz für die Kommunikation mit Zeugen eingesetzt werden. Auch dadurch können Kosten für Anreisen und Unterkunft gespart werden, sollte der Zeuge weiter vom Ort der Verhandlung entfernt wohnen. Außerdem können die Videokonferenzen dem Schutz von Zeugen dienen. So können Aussagen von einem unbekannten Ort aus getätigt werden, ohne dass eine Anwesenheit bei Gericht nötigt ist.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Zuschaltung von Experten in die Gerichtsverhandlung, z. B. für die Erläuterung eines Gutachtens durch einen internationalen Experten.

Aber was hindert die Gerichte aktuell an der Nutzung der offensichtlich hilfreichen neuen Technologien?

Technische Grundlage

Viele Gerichte verfügen heute noch nicht über eine ordentliche Bandbreite und High Speed Internet, um Videokonferenzen in ordentlicher Qualität durchzuführen. Die Bandbreiten-hunrigen Videokonferenzsysteme der Vergangenheit konnten nicht mit der bestehenden IT Infrastruktur der Gerichte eingesetzt werden. Nur die wenigsten Gerichte haben eine technische Ausstattung für die Durchführung einer Videokonferenz.

Wirtschaftlichkeit von Videokonferenzen

Die Videokonferenz war in der Vergangenheit immer mit sehr hohen Anschaffungskosten für geeignete Videokonferenzsysteme und ausreichender Bandbreite verbunden. Allerdings beschränken sich die Einsatzmöglichkeiten heutzutage bei Gericht auf wenige Einsätze pro Jahr. Die einfache Schlussfolgerung: Reisekosten waren schlicht günstiger als Videoschaltungen.

Die Gegenstelle

Voraussetzung für jede Schaltung ist ein Videokonferenzsystem am Ort der Gegenstelle, mit dem die Verbindung aufgebaut werden kann. Aufgrund der geringen Abdeckung festinstallierter Videokonferenzsysteme waren in vielen Fällen keine adäquaten Gegenstellen für die Durchführung von Videokonferenzen verfügbar.

The time is now!

Durch die schnelle technische Entwicklung im Bereich der Videokonferenztechnologie gehören die oben genannten Hinderungsgründe bereits heute der Vergangenheit an. Durch neue Standards, z. B. H.264 und H.265 lassen sich Videokonferenzen bereits mit minimaler Anforderung an Bandbreite in einer ordentlichen Qualität übertragen.

Professionelle Videokonferenz Services bieten heute bereits sehr günstige Video-as-a-Service Modelle, die ohne Investitionskosten einfach mit bestehender Hardware genutzt werden können. Dabei reicht meist ein herkömmlicher PC oder ein iPad bereits aus. Die Video-as-a-Service Lösungen sind aber nicht nur günstig, sondern erlauben auch sichere verschlüsselte Übertragungen.

Somit ist der Einsatz der Videokonferenzen bei Gericht wohl nur noch einen Frage der Zeit…