Videokonferenzen sind in Unternehmen ein immer beliebteres Mittel, um kosten- sowie umweltschonend mit anderen Firmen und Kollegen zusammenzuarbeiten, die sich vielleicht in einer anderen Stadt, einem anderen Land oder gar auf einem anderen Kontinent befinden. Kostenschonend aus dem Grund, dass so keine teuren Flug- oder Zugtickets gekauft werden müssen. Durch weniger Geschäftsreisende, die so in der Luft sowie auf der Straße unterwegs sind, wird zudem die Umwelt geschont durch einen geringeren CO² Ausstoß. Die Videokonferenz ist insofern tatsächlich eine Technologie der Zukunft. Doch wer sich darauf einlässt, muss auch mit Problemen wie einer schlechten Verbindung rechnen oder mit zu kleinen Bildschirmen, so dass man den Gesprächspartner kaum erkennen kann. Selbst in Zeiten des Internets, wo wir regelmäßig Skype und andere Programme benutzen, ist die fehlerfreie und deutliche Verbindung mit jemandem am anderen Ende der Welt nicht unbedingt gewährleistet.

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Bild von soapbeard

In der Technologiewelt rund um Videokonferenzen hat sich aus diesem Grund in den letzten Jahren viel getan. Ein großer Schritt in diese Richtung fand ab dem Jahr 2001 statt, als viele nach den Anschlägen des 11. Septembers es für eine Weile gar nicht mehr wagten, ein Flugzeug zu besteigen und der Trend der Videokonferenzen zu boomen begann. Heute benutzen viele Unternehmen die wohl hochwertigste Ausführung der Videokommunikationstechnologie: Telepresence. Hierbei wird eine relativ realitätsnahe Atmosphäre direkt in einem Konferenzraum geschaffen, der mit hochwertigen Bildschirmen und Kameras ausgestattet ist. So sieht es für diejenigen, die sich wirklich in dem Raum befinden, aus, als wären alle anderen Teilnehmer an der Konferenz auch tatsächlich mit dabei und nicht nur auf einem Bildschirm zu erkennen. Oftmals werden die Teilnehmer in Lebensgröße auf Full-HD-Displays dargestellt. Mehr allgemeine Informationen zum Thema Telepresence gibt es hier zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Telepresence.

Manchmal werden regelrechte Telepresence Roboter geschaffen, die per Bildschirm den entsprechenden Mitarbeiter im Unternehmen einblenden, während sich dieser aber eigentlich an einem ganz anderen Ort befindet, den Roboter aber aus der Ferne steuern kann. Möglich gemacht wird dies unter anderem mit der Technologie des Minicomputers Raspberry Pi. Der kreditkartengroße Platinencomputer ist ein wahres Wunderwerk der Technik, das erst vor knapp zwei Jahren auf den Markt kam und damals zunächst exklusiv von RS Components und Farnell vertrieben wurde. Heutzutage sind die neusten Modelle jedoch von mehreren Anbietern erhältlich. Mit dem Ein-Chip-System können Bastler aus dem kleinen Gerät all das machen, was sie sich vorstellen können, so unter anderem einen Telepresence Roboter bauen. Das neueste Modell des Himbeer-Computers ist das Raspberry Pi B mit mehr Speicherplatz, Ethernet-Schnittstelle und einem zweiten USB Anschluss.

Als Bildschirm für den Telepresence Roboter kann jedes beliebige Tablet verwendet werden, das auf einen fahrbaren Untersatz geschnallt wird, damit sich der Roboter auch beliebig vom Fleck bewegen kann. Um ihn zu bedienen, öffnet man eine Videochat Option auf dem Tablet und kontrolliert den Roboter vom Browser aus mit Hilfe des Web Interfaces. So kann der Roboter sich bewegen, gucken und reden. Kontrolliert wird der fahrbare Untersatz durch einen Radioempfänger, der an ein Raspberry Pi Gerät angeschlossen ist. So können Kommandos praktisch weitergegeben werden. Was man noch für tolle Sachen mit einem Raspberry Pi Rechner anstellen kann, wird unter anderem hier beschrieben: www.raspberrypiguide.de.