B2C Videokonferenzen – ein Trend für 2015. Videokonferenzen werden immer mehr auch für den Einsatz im B2C Umfeld genutzt. War die Videokonferenz oder auch Telepresence früher nur den Top-Managern in Unternehmen vorbehalten, hat die Kommunikation über Videokonferenzsysteme schon längst Einzug in alle Bereich der Unternehmen gehalten. Die Anwendungsfälle waren allerdings zumeist für unternehmensinterne Kommunikation oder Videokonferenzen mit anderen Geschäftspartnern (B2B).

Nun hält ein neuer Trend Einzug im Bereich der Videokonferenzen – der Einsatz im Bereich B2C. Bereits in 2014 haben wir erste Projekte für B2C Videokonferenzen realisiert und die Nachfrage steigt. Interessant ist hierbei, dass die B2C Videokonferenzen nicht von IT Verantwortlichen nachgefragt werden. Zumeist richten sich Fachabteilungen direkt an System Integratoren und Service Provider, um B2C Videokonferenzen einzusetzen.

Die wichtigste Grundlage für funktionierende B2C Videokonferenzen sind die Video-as-a-Service Angebote (kurz: VaaS). VaaS ermöglicht es Videokonferenzen ohne eigene Infrastruktur aus der Cloud zu beziehen. Die VaaS Lösungen verbinden so herkömmliche Videokonferenzsysteme mit Destop Videokonferenz Clients oder einfach WebRTC basiert im Browser. Somit können auch Personen ohne professionelles Videokonferenzsystem einfach und sicher in Videokonferenzen zusammen geschaltet werden.

Im B2C Videokonferenz Segment verfolgen Unternehmen immer sehr spezielle Anwendungsfälle. Die bisher wichtigsten aus der Praxis wollen wir vorstellen:

Kundenbetreuung mittels Videokonferenz:
Videokommunikation erzeugt eine deutlich bessere Gesprächsqualität, daher setzen immer mehr Unternehmen die Videokonferenz im B2C Bereich für Kundenberatungen ein. Mit Hilfe von Desktop Sharing können dann auch direkt Formulare in der Videokonferenz besprochen oder ausgefüllt werden. Der Kunde bekommt eine deutlich verbesserte Betreuung und Unternehmen versprechen sich somit positive Effekte von der B2C Videokonferenz. Aber auch finanzielle Aspekte spielen eine große Rolle. Mittels Videokonferenz können mehr Beratungsgespräche als im persönlichen Kontakt realisiert werden. An- und Abfahrten sind nicht erforderlich und Terminverschiebungen oder Absagen können trotzdem produktiv genutzt werden.

Die Nachfrage ist vor allem aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen (Banken und Versicherungen) zu verzeichnen. Die Finanzbranche steht aktuellen neuen Wettbewerben aus dem Internet gegenüber und muss dringen das Geschäftsmodell ins digitale Zeitalter bringen.

Medizinische Beratung mittels Videokonferenz:
Die medizinische Beratung mittels Videokonferenz ist ein besonderer Anwendungsfall im Bereich der B2C Videokonferenzen. Dabei ist vor allem die hohe Sensibilität der besprochenen Inhalte zu erwähnen. Da es sich oftmals um eine etwas weniger technikafine Anwendergruppe handelt, ist die Bedienung für die Patienten sehr wichtig. Die Anwedungen der Patientenversorgung mittels Videokonferenz bzw. Telemedizin sind besonders in wenig besiedelten Gebieten mit mangelnder medizinischer Versorgung interessant. Daher ist die Verbreitung in Deutschland gegenüber Ländern wie Australien, USA oder auch in Skandinavien eher gering.

Vertrieb mittels Videokonferenz: 

Die B2C Videokonferenz wird immer mehr auch für den klassischen Vertrieb genutzt. Produkte können schneller und einfacher vorgestellt werden und die Anzahl der qualifizierten Vertriebskontakte sowie die Effizienz im Vertrieb kann gesteigert werden. Kunden bekommen einen umfangreichen Einblick in neue Produkte und Fragen können schnell und zielführend geklärt werden. Zwar kann die Videokonferenz den persönlichen Kontakt im Vertrieb nicht ersetzen. Als Ergänzung und Optimierung aktueller Vertriebsprozesse sehen wir die B2C Videokonferenz in jedem Falle auf dem Vormarsch.

Allerdings ist trotz der hohen Nachfrage noch Hürden vor dem Einsatz von B2C Videokonferenzen zu überwinden:

  1. Die Akzeptanz von Videokonferenzen als modernes Kommunikationsmittel ist noch nicht in der breiten Masse der Bevölkerung angekommen.
  2. Die Vielfalt der Lösungen macht es Anwendern schwer eine für die spezielle Nutzung und Zielgruppe wirklich passende Lösung zu finden.
  3. Die Integration von B2C Videokonferenzen in bestehende Tools, Webseiten und Prozesse ist mit einem Projektaufwand verbunden.

Die B2C Videokonferenz ist somit ein weiterer wichtiger Schritt der modernen Kommunikation. Hier ist eine ähnliche Entwicklung wie im Mobilfunk zu verzeichnen. Es wird zunehmend irrelevant, welche Videokonferenzsysteme eingesetzt werden oder ob Nutzer sich in einem firmeninternen Netzwerk bewegen. Auch die reine Geschäftswelt verschmilzt immer weiter mit persönlichen Kontakten und entsprechender Kommunikation. Auch gemischte Konferenzen mit Teilnehmern über Telefon, Mobilfunk und Videokonferenz nehmen zu und erhöhen somit die Flexibilität und Mobilität der Nutzung. Wir freuen uns auch in 2015 wieder auf spannende Entwicklungen am Markt für Videokonferenzen und Unified Communications.

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